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Schematischer Aufbau eines Rechners
Zunächst betrachten wir den schematischen Aufbau eines Rechners. In Abbildung
wird dieser dargestellt.
Figure:
Schematischer Aufbau eines Rechners
 |
Die Komponenten des schematischen Aufbaus sind verschiedenen Rechnerkerne (RK1,
RK2, ...), der Arbeitsspeicher (Hauptspeicher), die
Eingabe/Aufgabe-Prozessoren (EAP1 EAP5, ...), der Bus zuzüglich der
Leitungen für Unterbrechungswünsche, die Gerätesteuerungen GS
und die Geräte G. Die Uhr wird wie ein externes Gerät behandelt. Wir wollen uns
nun die Komponenten etwas genauer ansehen:
-
- Rechnerkern:
- In den Rechnerkernen werden die Maschinenbefehle der
Anwenderprogramme und des Betriebssystem ausgeführt. Rechnerkerne verfügen
über zwei Arbeitsmodi: Benutzermodus und
Systemmodus. Während
im Systemmodus privilegierte und nichtprivilegierte Befehle
verfügbar sind, sind im Benutzermodus nur die nichtprivilegierte Befehle
verfügbar. Privilegierte Befehle sind der Basis der Zugriffsschutzes. Der
Zugriff auf Hardwarekomponenten kann daher nur durch privilegierte Befehle
erfolgen.
Während ein PC in der Regel nur einen Rechnerkern (Prozessor) enthält, enthalten
Workstations und Server bis zu 10 Rechnerkerne. Hochleistungsrechner können
auch mehrere Tausend Rechnerkerne enthalten. Da sich die im Rahmen dieser
Vorlesung betrachteten Mehrbenutzer/Mehrprozess-Betriebssysteme unabhängig
von der Anzahl der Prozessoren sehr ähnlich verhalten, werden wir auf den Unterschied
zwischen Einprozessor- und Mehrprozessorarchitekturen nicht weiter eingehen.
- Arbeitsspeicher/Speicheradressen:
-
der Arbeitsspeicher wir oft auch als RAM
(random access memory) bezeichnet. Es handelt sich um Speicher mit
wahlfreiem Zugriff. Es kann auf jede Adresse einzeln zugegriffen werden und
nicht nur auf ganze Blöcke wie z.B. bei einer Festplatte.
Die kleinste adressierbare Speichereinheit ist in der Regel ein Byte
(8-stellige Binärzahl).
- E/A-Prozessoren:
- Die E/A-Prozessoren stellen
Eingabe/Ausgabe-Schnittstellen zum Anschluss von Geräten
bereit. Beispielsweise beinhaltet die Grafikkarte den E/A-Prozessor für den
Bildschirm.
Wie in Abbildung
zu sehen, gibt es verschiedenen
Möglichkeiten E/A-Prozessoren mit Geräten zu kombinieren:
- ein Gerät ist an genau einen E/A-Prozessor angeschlossen.
- mehrere Geräte sind an einem E/A-Prozessor angeschlossen,
z.B. SCSI-Schnittstelle (small computer system interface) mit
Festplatten, Drucker CD-Laufwerken etc.
- mehrere E/A-Prozessoren stehen für ein Gerät zu Verfügung. Dadurch
können ausfallsichere Systeme erstellt werden.
- Unterbrechungen (Interrupts):
- ,
In einem Rechnersystem erfolgen viele Vorgänge
parallel. Beispielsweise arbeiten die Rechnerkerne und die E/A-Prozessoren
gleichzeitig. Wenn nun ein Ereignis eintritt auf das der Rechnerkern
reagieren muss, so wird die Arbeit des Rechnerkerns
unterbrochen. Beispielsweise kann die Zeitquantum abgelaufen sein, das für
den aktuellen Prozess vorgesehen war (vgl. Kapitel
CPU-Prozess-Scheduling)
- Bus:
- Die Prozessoren sind untereinander und mit dem
Arbeitsspeicher über einen Bus verbunden. Ein Bus besteht aus einem Bündel
von Leitungen, über die Daten, Adressen, Unterbrechungswünsche und andere
Steuersignale gesandt werden.
Die Zahl der Leitungen hängt von der Anzahl der Binärdaten die gleichzeitig
versandt werden sollen ab. Beispielsweise könnte ein Bus wie folgt aussehen:
32 Datenleitungen für ein Datenwort von 32 Bit Länge
28 Adressleitungen für die Adressierung von
= 256 MB Speicher
12 Steuerleitungen, beispielsweise:
- Bus frei/belegt
- Bus wird gewünscht
- Bus kann belegt werden
- Lesen/Schreiben der Daten
- Adresse ist Speicheradresse/Adresse eines anderen Bausteins
- Adresse gültig
- Daten gültig
- Daten übernommen
- Unterbrechungswunsch
- Unterbrechung akzeptiert
- Grundzustand (Reset)
- Systemtakt
2 Leitungen zur Stromversorgung
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Prof. Dr. Pluemicke
2003-05-10