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In modernen Computersystemen ist es möglich verschiedenen Dinge (scheinbar)
gleichzeitig zu erledigen. Beispielsweise kann während Daten an ein
Terminal oder einen Drucker übertragen werden, bereits ein weiteres
Anwenderprogramm gestartet werden. Wenn das Computersystem nur einen Prozessor besitzt, so
muss zwischen den verschiedenen Anwendungen hin- und hergeschaltet werden. Der
Benutzer bekommt somit den Eindruck einer parallelen Verarbeitung. Für die
Kontrolle dieses Ablaufs ist das Betriebssystem verantwortlich. Man nennt
dieses schnelle Hin- und Herschalten zwischen verschiedenen Prozessen
Mehrprogrammbetrieb oder Multitasking.
Das Betriebssystem teilt die verschiedenen auszuführenden Programme
und oft auch das Betriebssystem selbst in einzelne Prozesse auf. Ein Prozess ist
ein in Ausführung befindliches Programm, einschließlich des zugehörigen
Programmzählers, der Variablen und des Laufzeitstapels. Das Betriebssystem
entscheidet nun welcher Prozess im Moment zur Ausführung kommt. In Abbildung
werden vier Prozesse A, B, C, D scheinbar gleichzeitig
ausgeführt. Jeder Prozess hat aber in Wirklichkeit immer abwechselnd den
Prozessor zur Verfügung.
Figure:
Aktive Prozesse
 |
Es wird dabei vom Betriebssystem nicht garantiert, dass jeder Prozess immer die
gleiche Rechenzeit bekommt. Daher darf man keine Annahmen über den zeitlichen
Verlauf im Mehrprogrammbetrieb machen. Beispielsweise ist es sinnvoll einem
Prozess der auf ein bestimmtes Signal eines I/O-Gerätes wartet (z.B. Startsignal
von einem Magnetband) den Prozessor solange zuzuordnen bis das Signal erreicht
wurde, weil sonst möglicherweise das I/O-Geräte wieder von Neuem gestartet
werden muss.
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Prof. Dr. Pluemicke
2003-05-10